Medienethik

Die Digitalisierung und die sozialen Medien haben die Medienlandschaft und die in der Öffentlichkeit geführten Debatten verändert. Die Medienangebote sind vielfältiger geworden, die Zugänge zu Informationen individueller, die Gefahren von Desinformation größer.

Zeitungen und Zeitschriften haben einen Teil ihrer Mittlerfunktion verloren. Nutzerinnen und Nutzer können in den sozialen Medien nun ohne großen Aufwand selbst Inhalte veröffentlichen oder Einfluss auf Diskussionen nehmen.

Andererseits finden sie auf den sozialen Plattformen bereits Strukturen vor, mit denen sie sich auseinandersetzen müssen. Inwieweit und auf welchem Weg kann Kirche als Teil der Zivilgesellschaft diese neuen medialen Öffentlichkeiten mitgestalten und die digitalen Souveränität der Nutzer*innen stärken?

Der Themenbereich „Medien“ beteiligt sich auf zweierlei Weise an der Suche nach Antworten auf diese Frage.

Informationen für die Praxis
Zum einen wird der und dem Einzelnen Gelegenheit geboten, mehr Einblick in aktuelle Netzentwicklungen und damit mehr digitale Souveränität zu gewinnen.

Medienethische Impulse
Zum anderen nehmen wir gesellschaftliche Debatten in den Blick und wirken daran mit, dass theologische und medienethische, im christlichen Menschenbild begründete Argumente zu Wort kommen. Dabei arbeiten wir eng mit anderen Partnern aus dem Raum der Kirche und der Zivilgesellschaft zusammen.

Markus Beckedahl: „Kirche wird in der Netzpolitik gebraucht“
„Kirche wird in der Netzpolitik gebraucht“, unterstrich z.B. Markus Beckedahl , Netzaktivist und bis 2022 Chefredakteur von Netzpolitik.org, in einem Statement, das er für diese Website gegeben hat . Er wies darauf hin, das viele Werte der evangelischen Kirche stimmen mit den Werten einer lebenswerten digitalen Gesellschaft übereinstimmen. Als Beispiele nannte er Offenheit, Nächstenliebe, aber auch Dezentralität, oder die Forderung, die Würde des Wenschen oder den Schutz der Privatsphäre zu achten. All dies seien Ziele, für die Kirche und Netzgesellschaft gemeinsam eintreten könnten, so Beckedahl. Sein Fazit: „Kirche sollte sich mehr in netzpolitische Debatten einmischen.“

Mehr digitale Souveränität gewinnen
Die im Themenbereich „Medienethik“ angebotenen Informationen, Workshops, Veranstaltungen und Videos sollen dazu beitragen, ein Profil einer evangelischer Medienethik zu entwickeln, die das christliche Menschenbild und die sich daraus ableitenden Forderungen z.B. im Blick auf Privatheit und Öffentlichkeit im Netz oder digitale Souveränität verstärkt in den öffentlichen Diskurs einbringt.

Aus der Akademiearbeit: Artikel und Videos zu Fragen der Medienethik
Artikel, die aus der Arbeit in diesem Themenbereichen erwachsen sind, sind in dieser Rubrik zusammengestellt.
Weitere Veranstaltungsdokumentationen und Diskussionen,  z.B. zu Netzöffentlichkeiten, Umgang mit Daten oder zu Desinformation, können auf dem YouTube-Kanal eair-diskurse in der Playlist „#digitaleKirche“, abgerufen werden.
Zur Playlist

 

„Beherzt gegen Hass!“

Die Social-Media-Pfarrerin Theresa Brückner, der Bundestagsabgeordnete und Integrationsbeauftragte der SPD-Fraktion, Dr. Karamba Diaby, und Dr. Michael Blume, Antisemitismusbeauftragter der baden-württembergischen Landesregierung,  haben bei einer Online-Veranstaltung am 24. Juni 2020 Einblick in ihre persönlichen Erfahrungen im Umgang mit Hassbotschaften gegeben.

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