„Nicht äußerlich blenden, innerlich anpacken, weil wir selbst innerlich ergriffen sind! Das sei und bleibe unser Streben! Darin unterstütze uns weiter die immer zu Hunderten erscheinende treue Zuhörergemeinde in Koblenz.“ Dies schrieb Walter Hoerder 1929 in der Zeitung „Das Evangelische Rheinland“.
Bei der Evangelischen Bühnengilde Koblenz handelte es sich um eine Gruppe von Erwachsenen, die es liebten, in ihrer Freizeit Theater zu spielen und Walter Hoerder war ihr Leiter. Sie spielten Stücke des Berufstheaters wie den „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal oder auch Stücke der evangelischen Laienspielbewegung wie „Der verlorene Sohn“ von Burkard Waldis. Die meisten Aufführungen fanden im großen evangelischen Gemeindesaal Altlöhrtor statt und die Inszenierungen begeisterten das Publikum auch durch die aufwendigen Kostüme und Kulissen.
Was sich hier so harmlos anhört, bot aber auch der nationalsozialistischen Ideologie eine Bühne. Wie zeigte sich dies? Warum wurde in der Zeit so viel Theater gespielt? Wie entwickelte sich die Bühnengilde in Koblenz und warum fand sie ihr abruptes Ende?
Referentin:
Dr. Bettina Förster ist Studienleiterin an der Evangelischen Akademie im Rheinland. Sie promovierte über das evangelische Laienspiel der Weimarer Republik bis in die Nachkriegsjahre und forschte deshalb auch über die Koblenzer Theatergruppe in Boppard, der Zweigstelle des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland. Fotos, Werbungen und Berichte sind dort dank Dr. Andreas Metzing, dem Leiter des Archivs, erhalten und zugänglich.
Gemeinsam mit Prof. Dr. Thomas Martin Schneider (Kommission der EKiR für Kirchengeschichte) produziert Dr. Bettina Förster den Podcast „Rheinische Kirchengeschichte(n)“:
https://www.podcast.de/podcast/3606360/rheinische-kirchengeschichten